Unser Fokus: Compliance für Krankenhäuser

Welche Unternehmen betrifft die EU-Whistleblower-Richtlinie?

Die EU-Whistleblower-Richtlinie gilt seit Dezember 2021 für alle Unternehmen ab 250 Mitarbeitern. Dringlich sind die neuen Regelungen für juristische Personen mit öffentlich-rechtlichen Eigentümern: Diese sind seit dem 18.12.2021 ausnahmslos zur Einrichtung eines internen Meldesystems für Hinweisgeber nach Maßgabe der 

EU-Whistleblower-Richtlinie verpflichtet. Die Konsequenz: Krankenhäuser müssen aktiv werden – es bestehen insoweit keine Übergangsfristen.

Die vier wichtigsten Regelungen der EU-Whistleblower-Richtlinie lauten wie folgt: Erstens sind sämtliche Unternehmen ab 250 Mitarbeitern und solche mit öffentlich-rechtlichen Eigentümern betroffen. Die betroffenen Unternehmen müssen zweitens interne Hinweisgebersysteme einrichten, denn drittens dürfen Mitarbeiter Regelverstöße anonym an das eigene Unternehmen oder Behörden melden, wobei ihnen ein umfassender Schutz zuteilwird. Viertens müssen auch Behörden Meldestellen einrichten, an die sich Hinweisgeber – auch unmittelbar – wenden dürfen.

Betroffene Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen müssen interne Hinweisgebersysteme einrichten und einen Prozess definieren, wie mit eingehenden Hinweisen rechtssicher umgegangen wird. Neben der Pflicht für Unternehmen zur Einrichtung interner Meldekanäle müssen auch Behörden eigene Meldekanäle (externer Meldekanal) einrichten und über diese informieren.

Was ist ein Meldesystem bzw. Hinweisgebersystem?

Ein internes Hinweisgebersystem und ein internes Meldesystem meinen das gleiche, nämlich einen Weg, über den Hinweisgeber (auch anonym) Hinweise an das Unternehmen oder den externen Beauftragten melden können. Das Meldesystem kann grundsätzlich aus schriftlichen, mündlichen, digitalen oder persönlichen Meldewegen bestehen. Zu empfehlen ist ein internes Meldesystem, das Hinweisgebern die Wahl lässt, ob er schriftlich oder mündlich, digital oder persönlich, anonym oder unter Nennung der Identität Hinweise an das Unternehmen geben möchte.

Erfahrungen mit Meldesystemen in der Gesundheitsbranche

Der Dienstleister Hinweisgeberexperte betreut eine Reihe von medizinischen Einrichtungen, vom kommunalen Krankenhaus über die überregional tätige Klinikkette bis zum deutschlandweit aktiven Pflegeheimbetreiber. Wir verfügen über langjährige Erfahrungen mit Krankenhaus Compliance und Krankenhaus-Hinweisgebersystemen.
Expertise und Erfahrungen im Gesundheitssektor sind wichtig, um einen reibungslosen Ablauf des Outsourcings der neuen Pflichten für Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen zu gewährleisten. Denn diese Unternehmen haben oft öffentlich-rechtliche Eigentümer, was gerade bei der Umsetzung der Whistleblower Richtlinie folgenreich ist. Zudem verfügen Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen in der Regel über hohe Mitarbeiterzahlen, was dazu führt, dass viele Abteilungen in die Einrichtung eines Hinweisgebersystems bzw. Meldesystems eingebunden werden müssen, vom Betriebsrat bis zum Datenschutz.

Rechtliches Konzept, Umsetzung und Betrieb aus einer Hand

Hinweisgeberexperte kann durch die Erfahrung mit Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen mit diesen Besonderheiten umgehen und garantiert drei Dinge: Eine reibungslose, schnelle Einrichtung des Hinweisgebersystems, die Einhaltung der rechtlichen Verpflichtungen der neuen Regeln sowie die Abwicklung eingehender Hinweise samt Kommunikation mit dem Hinweisgeber („Hinweisgeber-Management“).

Unsere Stärken zusammengefasst: Rechtliches Know-how, moderne Technik und Lust auf Dienstleistung.

Finden Sie hier eine Veröffentlichung von Dr. Degenhart, Geschäftsführer von Hinweisgeberexperte, in der Fachzeitschrift das Krankenhaus zum Thema: Hinweisgebersysteme im Gesundheitswesen: Neue Compliance-Pflichten und Chancen für Krankenhäuser.

Compliance Know-how im Bereich Health Care

Was sieht die Whistleblower Richtlinie für Krankenhäuser genau vor?

Betroffene Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen müssen interne Hinweisgebersysteme einrichten und einen Prozess definieren, wie mit eingehenden Hinweisen rechtssicher umgegangen wird. Neben der Pflicht für Unternehmen zur Einrichtung interner Meldekanäle müssen auch Behörden eigene Meldekanäle (externer Meldekanal) einrichten und über diese informieren.

Wahlrecht der Hinweisgeber

Hinweisgeber haben von vornherein die Wahl, ob sie sich zuerst an das interne Meldesystem des eigenen Unternehmens oder an Behörden wenden. Es besteht explizit kein Vorrang der internen Meldung – eine unmittelbare Meldung an einen externen Meldekanal ist daher ohne Einschränkung möglich. Behörden müssen eingegangene Meldungen hierbei sorgfältig nachverfolgen und dem Hinweisgeber innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens Rückmeldung geben.

Konkurrenzverhältnis zwischen Unternehmen und Behörden

Behörden übernehmen insoweit eine aktive Rolle bei der Aufklärung und stehen den Unternehmen de facto als Kontrahenten gegenüber. Die Frage ist letztlich, ob sich Hinweisgeber für das eigene Unternehmen oder für die Meldestelle einer Behörde entscheiden. Hier liegt eine zentrale Gefahr für Krankenhäuser und betroffene medizinische Einrichtungen. Denn ist ein Hinweis bei einer Behörde eingegangen und ein möglicher Verstoß offenkundig geworden, hat es das betroffene Unternehmen nicht mehr in der Hand, was als Nächstes passiert.

Besonderheiten für Häuser mit öffentlich-rechtlicher Eigentümerstruktur

Unternehmen mit öffentlich-rechtlichen Eigentümern, öffentlichen Arbeitgebern und Kommunen müssen einige Besonderheiten beachten: Die Whistleblower Richtlinie gilt gegenüber diesen Einheiten unmittelbar. Damit sind kommunale Krankenhäuser und Häuser mit öffentlich-rechtlichen Eigentümern direkt betroffen. Der Hintergrund dieses höheren Maßstabs öffentlicher Unternehmen ist es, dass die öffentliche Hand nicht davon profitieren soll, wenn die Bundesrepublik Deutschland Richtlinien nicht fristgemäß umsetzt. Daher gelten Richtlinien unter Umständen direkt, so auch im Fall der Whistleblower-Richtlinie. Die betroffenen Häuser müssen somit auf jeder Ebene die betreffenden Bestimmungen der EU-Whistleblower-Richtlinie als geltendes Recht beachten.

Anforderungen an ein internes Hinweisgebersystem

Betroffene Krankenhäuser, Pflegeheime und andere medizinische Einrichtungen müssen zuerst ein internes Hinweisgebersystem einführen. Hinweisgebersysteme müssen entsprechend der Richtlinie so eingerichtet sein, dass die Anonymität hinweisgebender Personen gewährleistet ist und eine Rückmeldung an Hinweisgeber erfolgen kann.

Dieses System kann grundsätzlich aus einem schriftlichen oder einem mündlichen Meldeweg bestehen. Zu empfehlen ist die Kombination aus einem schriftlichen, mündlichen und persönlichen Meldekanal, um eine Meldebereitschaft ohne Abstriche zu fördern.

Hinweisgeber-Management durch unabhängige Person

Wichtigster Bestandteil bei der Implementierung und dem Betrieb interner Hinweisgebersysteme ist die natürliche Person, welche die Hinweise entgegennimmt. Die Anforderungen an diese Person sind hoch, denn sie muss Hinweise unabhängig und ohne Interessenkonflikt entgegennehmen und bearbeiten. Im besten Fall ist diese Person mit Compliance-Aufgaben vertraut und entsprechend geschult. Das interne Hinweisgebersystem sollte zudem die persönliche und digitale Erreichbarkeit vorsehen. Zu empfehlen ist daher, dass die persönliche Ansprechbarkeit einer unabhängigen und geschulten Person mit einer einfach bedienbaren Whistleblowersoftware kombiniert wird. Diese beiden Aspekte bilden in der Kombination ein allen rechtlichen Anforderungen entsprechendes internes Hinweisgebersystem.

Vorteil durch Outsourcing der neuen Pflichten

Krankenhäuser oder medizinische Einrichtungen können zur Erfüllung der neuen Pflichten einen Mitarbeiter beauftragen oder einen externen Compliance-Beauftragten engagieren. Gerade für kleinere Kommunen und öffentliche Unternehmen ohne eigene Compliance-Mitarbeiter werden diese hohen Anforderungen praktische Schwierigkeiten mit sich bringen. Hier bietet die Beauftragung eines externen Compliance-Beauftragten Vorteile. Denn die EU-Whistleblower-Richtlinie sieht ausdrücklich vor, dass ein externer Beauftragter die neuen Pflichten für das betroffene Unternehmen erfüllen kann.

Outsourcing stärkt Vertrauen bei den Mitarbeitern

Aus Sicht der Mitarbeiter führt ein Outsourcing zur Stärkung der Objektivität des Meldekanals, wohingegen eine unternehmensinterne Bearbeitung abschreckend wirken kann, etwa weil dem Mitarbeiter, der die Aufgaben wahrnimmt, nicht genug Vertrauen entgegengebracht wird. Das Vertrauen des Hinweisgebers in die Objektivität der bearbeitenden Stelle wird aber für die Wahl des Meldekanals entscheidend sein.

FAQ

Insbesondere juristische Personen mit öffentlich-rechtlichen Eigentümern sind seit dem 18.12.2021 ausnahmslos zur Einrichtung eines internen Meldesystems für Hinweisgeber nach Maßgabe der EU-Whistleblower-Richtlinie verpflichtet. Demnach müssen vor allem Krankenhäuser aktiv werden, da insoweit keine Übergangsfristen bestehen. Zudem sind privatwirtschaftliche und staatliche Unternehmen ab 250 Arbeitnehmern und Kommunen, deren Einwohnerzahl 10.000 übersteigt, durch die Whistleblower Richtlinie zur Einrichtung eines Hinweisgebersystems verpflichtet. Ab einer Mitarbeiteranzahl von fünfzig sollen Unternehmen ein internes Hinweisgebersystem einführen. Unternehmen, die in den Bereichen der Finanzdienstleistungen, Finanzprodukte und Finanzmärkte sowie der Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung agieren, sind weitergehend unabhängig von der Anzahl ihrer Arbeitnehmer zur Einrichtung eines Hinweisgebersystems verpflichtet.

Die Geschäftsführung ist für die Einrichtung des Hinweisgebersystems verantwortlich, kann die Aufgabe aber delegieren. Zuerst ist die Verankerung des Hinweisgebersystems innerhalb des Unternehmens zu bestimmen, zu fragen ist etwa: Wer soll personell zuständig sein? An wen berichtet der externe Compliance Beauftragte? Hierbei ist zu beachten, dass ein ausreichender Abstand des Hinweisgebersystems zur operativen Organisation des Unternehmens gegeben sein muss. Da das Hinweisgebersystem drei wesentliche Bearbeitungsschritte beinhaltet (1. Analyse des Hinweises; 2. Untersuchung des Sachverhalts; 3. Personelle/systemische Maßnahmen), muss der Prozess Zuständigkeiten für die drei Phasen beinhalten. Zudem muss eine Koordination mit dem Datenschutzbeauftragten sowie (sofern vorhanden) mit dem Betriebs- bzw. Personalrat erfolgen.

Compliance Beauftragter ist ein anderer Begriff für Compliance Manager oder Compliance Officer. Er ist verantwortlich für die Organisation und Struktur der in einer Organisation bestehenden Compliance Organisation. Er überwacht also die Einhaltung der Rechtsordnung und sonstiger verbindlicher Rechtsvorschriften, wozu auch interne Richtlinien zählen.
Die Whistleblower Richtlinie schützt den Whistleblower arbeitsrechtlich vor Sanktionierungen. Dem Arbeitgeber ist es verboten, arbeitsrechtlich benachteiligende Maßnahmen gegenüber dem Whistleblower vorzunehmen. Hierzu gehört auch das Verbot informeller Maßnahmen wie Mobbing. Verstößt das Unternehmen hiergegen und sanktioniert den Whistleblower dennoch, droht dem Unternehmen selbst eine Sanktionierung, etwa in Form eines Bußgelds.

Die Summe aller unternehmensinternen Regelungen zur Meldung von Rechtsverstößen durch Hinweisgeber, der Umgang mit diesen Meldungen und Folgen dieser Meldungen für das Unternehmen und den Hinweisgeber wird als Hinweisgebersystem bezeichnet. Ein solches Hinweisgebersystem wird durch die Umsetzung der Whistleblower Richtlinie im Jahr 2022 für Unternehmen mit ab 250 Arbeitnehmern bald verpflichtend sein.

Ein Hinweisgeber teilt Organisationen oder der Öffentlichkeit mit, wenn er Kenntnis von Rechtsverstößen oder unethischen Verhaltensweisen innerhalb einer Organisation erlangt hat. Er kann diese Meldung namentlich oder anonym abgeben.

Betroffene Krankenhäuser, Pflegeheime und andere medizinische Einrichtungen müssen zuerst ein internes Hinweisgebersystem einführen. Hinweisgebersysteme müssen entsprechend der Richtlinie so eingerichtet sein, dass die Anonymität hinweisgebender Personen gewährleistet ist und eine Rückmeldung an Hinweisgeber erfolgen kann. Dieses System kann grundsätzlich aus einem schriftlichen oder einem mündlichen Meldeweg bestehen. Zu empfehlen ist die Kombination aus einem schriftlichen, mündlichen und persönlichen Meldekanal, um eine Meldebereitschaft ohne Abstriche zu fördern. Wichtigster Bestandteil bei der Implementierung und dem Betrieb interner Hinweisgebersysteme ist die natürliche Person, welche die Hinweise entgegennimmt. Die Anforderungen an diese Person sind hoch, denn sie muss Hinweise unabhängig und ohne Interessenkonflikt entgegennehmen und bearbeiten. Im besten Fall ist diese Person mit Compliance-Aufgaben vertraut und entsprechend geschult. Das interne Hinweisgebersystem sollte zudem die persönliche und digitale Erreichbarkeit vorsehen. Zu empfehlen ist daher, dass die persönliche Ansprechbarkeit einer unabhängigen und geschulten Person mit einer einfach bedienbaren Whistleblowersoftware kombiniert wird. Diese beiden Aspekte bilden in der Kombination ein allen rechtlichen Anforderungen entsprechendes internes Hinweisgebersystem.

Krankenhäuser oder medizinische Einrichtungen können zur Erfüllung der neuen Pflichten einen Mitarbeiter beauftragen oder einen externen Compliance-Beauftragten engagieren. Insbesondere für kleinere Kommunen und öffentliche Unternehmen ohne eigene Compliance-Mitarbeiter werden diese hohen Anforderungen praktische Schwierigkeiten mit sich bringen. Hier bietet die Beauftragung eines externen Compliance-Beauftragten Vorteile. Denn die EU-Whistleblower-Richtlinie sieht ausdrücklich vor, dass ein externer Beauftragter die neuen Pflichten für das betroffene Unternehmen erfüllen kann.
Das betroffene Unternehmen verpflichtet einen Dienstleister, der ein internes Hinweisgebersystem zur Verfügung stellt, das Unternehmen berät und das gesamte Management von eingehenden Hinweisen übernimmt. Aus Sicht der Mitarbeiter führt ein Outsourcing zur Stärkung der Objektivität des Meldekanals, wohingegen eine unternehmensinterne Bearbeitung abschreckend wirken kann, etwa weil dem Mitarbeiter, der die Aufgaben wahrnimmt, nicht genug Vertrauen entgegengebracht wird. Das Vertrauen des Hinweisgebers in die Objektivität der bearbeitenden Stelle wird aber für die Wahl des Meldekanals entscheidend sein.
Grundsätzlich ist die unmittelbare Wirkung einer Richtlinie zwischen privaten Unternehmen ausgeschlossen. Anders ist dies bei Unternehmen mit öffentlich-rechtlichen Eigentümern, öffentlichen Arbeitgebern und Kommunen. Die Whistleblower Richtlinie gilt gegenüber diesen Einheiten unmittelbar. Damit sind kommunale Krankenhäuser und Häuser mit öffentlich-rechtlichen Eigentümern direkt betroffen. Der Hintergrund dieses höheren Maßstabs öffentlicher Unternehmen ist, dass die öffentliche Hand nicht davon profitieren soll, wenn die Bundesrepublik Deutschland Richtlinien nicht fristgemäß umsetzt.
Grundsätzlich darf bei Krankenhäusern alles gemeldet werden, was von dem sachlichen Anwendungsbereich der Whistleblower Richtlinie erfasst ist. Dieser sachliche Anwendungsbereich ist sehr umfassend und betrifft eine Vielzahl von Sachverhalten, die in Verbindung mit EU-Rechtsakten stehen. Für Krankenhäuser stehen dabei besonders Hinweise im Hinblick auf die öffentliche Gesundheit und Krankenhaus Compliance im Vordergrund. Hierzu führt die Whistleblower Richtlinie in ihrer Anlage explizit EU-Rechtsakte auf, welche die öffentliche Gesundheit betreffen und eröffnet für diese den Anwendungsbereich. Danach sind unter anderem Maßnahmen zur Festlegung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Organe und Substanzen menschlichen Ursprungs, Maßnahmen zur Festlegung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie Patientenrechte vom sachlichen Anwendungsbereich erfasst. Weiterhin können bei Krankenhäusern datenschutzrechtliche oder arbeitsrechtliche Verstöße relevant sein.

Die EU-Richtlinie zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden (EU-Richtlinie 2019/1937 vom 23.10.2019) ist auch als Whistleblower Richtlinie bekannt. Die Whistleblower Richtlinie ist ein Rechtsakt der Europäischen Union, die den Schutz von Hinweisgebern oder Whistleblowern bezweckt. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen und staatliche Stellen zum einen zur Einrichtung eines Hinweisgebersystems, zum anderen verbietet sie die Sanktionierung von Whistleblowern. In Deutschland ist Anfang 2022 ein nationales Umsetzungsgesetz geplant. Bis dieses gilt, entfaltet die EU-Whistleblower-Richtlinie teilweise unmittelbare Wirkung. Folglich sind staatliche Unternehmen und Organisationen, deren Eigentümer öffentlich-rechtlich sind, bereits jetzt an weite Teile der Richtlinie gebunden. Die Mitarbeiter:innen der betroffenen Unternehmen können sich zudem bereits zum aktuellen Zeitpunkt auf die Richtlinie berufen und Missstände und Regelverstöße an staatliche Systeme melden. 

Die EU-Richtlinie zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden (EU-Richtlinie 2019/1937 vom 23.10.2019) ist auch als Whistleblower Richtlinie bekannt. Die Whistleblower Richtlinie ist ein Rechtsakt der Europäischen Union, die den Schutz von Hinweisgebern oder Whistleblowern bezweckt. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen und staatliche Stellen zum einen zur Einrichtung eines Hinweisgebersystems, zum anderen verbietet sie die Sanktionierung von Whistleblowern. In Deutschland ist Anfang 2022 ein nationales Umsetzungsgesetz geplant. Bis dieses gilt, entfaltet die EU-Whistleblower-Richtlinie teilweise unmittelbare Wirkung. Folglich sind staatliche Unternehmen und Organisationen, deren Eigentümer öffentlich-rechtlich sind, bereits jetzt an weite Teile der Richtlinie gebunden. Die Mitarbeiter:innen der betroffenen Unternehmen können sich zudem bereits zum aktuellen Zeitpunkt auf die Richtlinie berufen und Missstände und Regelverstöße an staatliche Systeme melden.  

Die EU-Richtlinie zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden (EU-Richtlinie 2019/1937 vom 23.10.2019) ist auch als Whistleblower Richtlinie bekannt. Die Whistleblower Richtlinie ist ein Rechtsakt der Europäischen Union, die den Schutz von Hinweisgebern oder Whistleblowern bezweckt. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen und staatliche Stellen zum einen zur Einrichtung eines Hinweisgebersystems, zum anderen verbietet sie die Sanktionierung von Whistleblowern. In Deutschland ist Anfang 2022 ein nationales Umsetzungsgesetz geplant. Bis dieses gilt, entfaltet die EU-Whistleblower-Richtlinie teilweise unmittelbare Wirkung. Folglich sind staatliche Unternehmen und Organisationen, deren Eigentümer öffentlich-rechtlich sind, bereits jetzt an weite Teile der Richtlinie gebunden. Die Mitarbeiter:innen der betroffenen Unternehmen können sich zudem bereits zum aktuellen Zeitpunkt auf die Richtlinie berufen und Missstände und Regelverstöße an staatliche Systeme melden. 

Bis zum Inkrafttreten eines nationalen Gesetzes gilt die EU-Whistleblower-Richtlinie sowohl für den öffentlichen Bereich wie auch für private Unternehmen unmittelbar. Der rechtliche Hintergrund ist, dass die Richtlinie an den wichtigen Stellen so unbedingt und detailliert gestaltet ist, dass hier eine unmittelbare Wirkung besteht.
In Deutschland wird die Whistleblower-Richtlinie durch das „Whistleblower-Gesetz“ (Hinweisgeberschutzgesetz) umgesetzt. Mit der Umsetzung ist Anfang 2022 zu rechnen.
Zuletzt einigten sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag auf eine erweiternde Umsetzung der Whistleblower Richtlinie. Damit ist gemeint, dass der sachliche Anwendungsbereich sich nicht nur auf EU-Rechtsakte beschränken soll, sondern jegliche Hinweise zu Gesetzesverstößen unter dem Schutz des neuen Whistleblower-Gesetzes stehen.
Bereits der erste Gesetzesentwurf zum Hinweisgeberschutzgesetz sah diese Erweiterung vor. Es ist daher mit einer erweiternden Umsetzung, welche über den sachlichen Anwendungsbereich der Richtlinie hinausgeht, zu rechnen.
Auch ohne eine Umsetzung besteht in allen Bundesländern bereits die Möglichkeit für Hinweisgeber, anonyme Meldungen abzugeben, etwa bei Finanzämtern. So hat das Land Baden-Württemberg kürzlich ein digitales & anonymes Hinweisgeberportal freigeschaltet. Dieses Portal zeigt, in welche Richtung sich die Dinge entwickeln. Digitale & anonyme Hinweisgeberportale öffentlicher Stellen werden flächendeckend kommen.

Pflegeheimbetreiber, die über 250 Mitarbeiter beschäftigen, sind aufgrund der EU-Whistleblower-Richtlinie angehalten, eigene Hinweisgebersysteme einzurichten. Sofern die Betreiber öffentlich-rechtliche Eigentümer haben, sind sie aufgrund der EU-Whistleblower-Richtlinie verpflichtet, ein eigenes Hinweisgebersystem einzurichten und zu betreiben. Gerade im Bereich der Pflege sind die möglichen Reputationsrisiken eines Hinweises, der Behörden oder die Öffentlichkeit erreicht, enorm. Da staatliche Stellen ebenfalls Hinweisgebersysteme einrichten müssen, an welche sich Mitarbeiter von Pflegeheimbetreibern wenden können, ist Pflegeheimbetreibern zu empfehlen, sich bald mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Pflegedienstleister, die über 250 Mitarbeiter beschäftigen, sind aufgrund der EU-Whistleblower-Richtlinie angehalten, eigene Hinweisgebersysteme einzurichten. Gerade im Bereich der Pflege sind die möglichen Reputationsrisiken eines Hinweises, der Behörden oder die Öffentlichkeit erreicht, enorm. Da staatliche Stellen ebenfalls Hinweisgebersysteme einrichten müssen, an welche sich Mitarbeiter von Pflegedienstleister wenden können, ist Pflegedienstleistern zu empfehlen, sich bald mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wichtig: Sofern die Pflegedienstleister öffentlich-rechtliche Eigentümer haben, sind sie aufgrund der EU-Whistleblower-Richtlinie verpflichtet, ein eigenes Hinweisgebersystem einzurichten und zu betreiben.

Eine Whistleblower Software für Krankenhäuser sollte allen Mitarbeitern ständig zur Verfügung stehen, leicht erreichbar und noch leichter zu bedienen sein. Hinweisgeberexperte bietet Kunden ein digitales Hinweisgebersystem, das als Software as a Service (SaaS) konzipiert ist, auf deutschen Servern läuft und komplett außerhalb der IT-Infrastruktur von Krankenhäusern läuft. Dadurch besteht kein Implementierungsaufwand für Krankenhäuser. Es ist also kein gesondertes IT-Projekt notwendig, um das digitale Hinweisgebersystem einzurichten.